Die Kinder, die das Leben spielen, erfassen seine wahren Gesetze und Beziehungen richtiger als die Erwachsenen, die nicht fertigbringen, es würdig zu leben, sich aber durch Erfahrung, das heißt: das Fehlschlagen ihrer Pläne, für weiser halten. ”

- Henry David Thoreau in “Walden oder Leben in den Wäldern”

Meine Schwägerin tötet…

Sie ist schnell, lautlos und überhaupt sehr geschickt dabei… Und sie tötet, fast jeden Tag… Sie ist für die kleinen Dinger zuständig, und er - mein Schwager, für die größeren Kaliber…

Doch sie tötet nur das, was einige Zeit danach auf dem Teller landet - Hühner, Enten, Gänse, Puten… Ein tagtägliches Geschäft… Das Geflügel wird dann auch gleich, auf einem Schemel hockend, in der Küche von den Federn geputzt… Und die Küche gleich hinterher… Denn es ist insgesamt doch eine ziemliche Sauerei…

Falls es ein Festessen werden soll, es also um die größeren Tiere geht wie Schafe, Ziegen oder Rinder, da wendet man sich an meinen Schwager… Um als Unbeteiligter dabei zuzuschauen, da braucht es schon ein wenig Mut… Deshalb gibt es dabei auch keine Zuschauer… Jeder muss mitmachen, der dabei steht…

Das Blut fließt, die Haut wird vom Fleisch abgelöst, indem ein Rohr dazwischen geschoben und reingepustet wird… Dann wird heftig abgeklopft, damit sich die äußere Hautschicht ablösen kann… Es wird enthäutet, entweidet, entbeint… Eine lange Prozedur… Von den Geräuschen und Gerüchen will ich gar nicht erst anfangen zu erzählen…

Aber ich empfehle euch daran zu denken, wenn ihr das nächste mal unterwegs in einen Cheeseburger für 0,99 Cent beißt… 

Wenn jeder Mensch, auch nur ein einziges Mal in seinem Leben ein Tier eigenhändig töten (selbst aufgezogen oder erjagt), oder auch nur, warm wie es noch ist, ausnehmen müsste, um seinen Hunger zu stillen, dann wäre die Welt ein besserer Ort…