Meine Schwägerin tötet…

Sie ist schnell, lautlos und überhaupt sehr geschickt dabei… Und sie tötet, fast jeden Tag… Sie ist für die kleinen Dinger zuständig, und er - mein Schwager, für die größeren Kaliber…

Doch sie tötet nur das, was einige Zeit danach auf dem Teller landet - Hühner, Enten, Gänse, Puten… Ein tagtägliches Geschäft… Das Geflügel wird dann auch gleich, auf einem Schemel hockend, in der Küche von den Federn geputzt… Und die Küche gleich hinterher… Denn es ist insgesamt doch eine ziemliche Sauerei…

Falls es ein Festessen werden soll, es also um die größeren Tiere geht wie Schafe, Ziegen oder Rinder, da wendet man sich an meinen Schwager… Um als Unbeteiligter dabei zuzuschauen, da braucht es schon ein wenig Mut… Deshalb gibt es dabei auch keine Zuschauer… Jeder muss mitmachen, der dabei steht…

Das Blut fließt, die Haut wird vom Fleisch abgelöst, indem ein Rohr dazwischen geschoben und reingepustet wird… Dann wird heftig abgeklopft, damit sich die äußere Hautschicht ablösen kann… Es wird enthäutet, entweidet, entbeint… Eine lange Prozedur… Von den Geräuschen und Gerüchen will ich gar nicht erst anfangen zu erzählen…

Aber ich empfehle euch daran zu denken, wenn ihr das nächste mal unterwegs in einen Cheeseburger für 0,99 Cent beißt… 

Wenn jeder Mensch, auch nur ein einziges Mal in seinem Leben ein Tier eigenhändig töten (selbst aufgezogen oder erjagt), oder auch nur, warm wie es noch ist, ausnehmen müsste, um seinen Hunger zu stillen, dann wäre die Welt ein besserer Ort…

View text
  • #Blog #deutsch #Kurzgeschichten
  • 2 years ago
  • 5

Gesellschaftliche Entwicklung…

Ein Schüler, vielleicht ist er 11 oder 12… Mit einem Kastenrucksack auf dem Rücken, wie ihn sonst nur die Kleineren tragen… Der Junge ist nicht besonders groß, er kann gerade über den orangenen Bushaltestellenmülleimer schauen, nebem welchem er steht… Einem geübten Auge fällt auf, dass er sauberer aussieht als die anderen Jungs in seinem Alter… Sogar sein alter Schulranzen sieht bei manchen Kindern nach wenigen Wochen schon schmutziger aus als es seiner ist, obwohl er ihn wohl schon länger auf dem Rücken zu tragen scheint…
Er wirft ein Stück Papier in den Mülleimer, der ihn plötzlich zu interessieren scheint… Er schaut in den Abfalleimer hinein… Dann plötzlich zieht er blitzschnell aus der Seitentasche seines Schulranzens ein paar graue Baumwollhandschuhe und zieht sie sich über - ein gut geführter, oft geübter Handgriff… Die anderen Menschen an der Bushaltestelle an diesem Morgen versuchen verschämt nicht hinzusehen… Er aber greift eine Plastik-Pfandflasche aus dem Abfall, sucht nach dem Pfandflaschensiegel und steckt die Flasche in Bruchteilen einer Sekunde in die andere Seitentasche des Schulranzens… Auch dieser Handgriff sitzt… Er streift die Handschuhe ab, verstaut sie wieder im Ranzen und steigt in den gerade an der Haltestelle angekommenen Bus hinein…
Wieder eine Sorge weniger, denkt er sich… Noch 3 Pfandflaschen und er hat sich sein bescheidenes Frühstück heute wieder verdient… Der Tag ist noch jung und der Weg zur Schule weit… Die Menschen, die mit ihm an der Bushaltestelle gewartet haben, steigen mit ihm in den Bus ein… Sie haben nichts gesehen…

View text
  • #blog #Kurzgeschichten #deutsch
  • 3 years ago
  • 25

Er hörte aus dem Salon es sei angeblich angenehm ein Leben führen zu können, bei dem man auf die anderen herunterschauen konnte… Das konnte der Butler mit seinen 198 Zentimetern nicht bestätigen…

View quote
  • #deutsch #kurzgeschichten
  • 3 years ago
  • 14

Der gute Mensch von nebenan…

Der Mann ließ sich von der Bank 50 Euro in 2 Euro Münzen auszahlen, nahm spät abends einen Spaten und vergrub die Münzen schön verteilt in dem Sandkasten unter seinem Fenster…

Als er am nächsten Tag von der Arbeit kam, machte er sich einen Kaffee, ruhte sich auf seinem Balkon aus und genoss die gelegentlichen Glücksschreie der Kinder, die das Geld fanden… So ging es viele Tage lang… Mitten in einem Problembezirk in Berlin…

View text
  • #Kurzgeschichten #deutsch
  • 3 years ago
  • 11

Das Mädchen und die Sucht der Wissenschaft…

Die Mutter trat ins Wohnzimmer und sah ihre Tochter vor dem ausgeschalteten Fernseher sitzen. Doch der Fernseher war eigentlich nicht wirklich aus, er war nur auf keinen Sender eingestellt und dieses endlose konstante Rauschen erfüllte den Raum. Das Mädchen schaute abwesend in das Schneegestöber auf dem Bildschirm und sagte, ohne ihren Blick abzuwenden:

„Schau mal Mama, man kann im Fernseher den Anfang der Welt sehen.“

„Wie, den Anfang der Welt?“ fragte die Mutter erstaunt.

„Na wie eben alles anfing… Als es noch keine Welt gab… Man kann hier das Echo des Urknalls sehen. Ein paar von diesen Pünktchen, ungefähr 1/100 sind die Abbildung davon. Es ist wie ein Echo der Geburt des Universums, und jeder kann dabei zuschauen!“

View text
  • #Kurzgeschichten #deutsch
  • 3 years ago
  • 10

Wenn die Straße voller Menschen ist und voller Geister, dann sehen sie nicht alle… Die Geister… Sie sehen nur den einen… Der später im Alter davon berichtet, dass sie ihn gesehen haben… Die Geister… Die haben andere Menschen nicht gesehen… Sie haben keinen anderen Menschen angesehen, außer dem einen… Der später im Alter keinen Menschen mehr sah… Nur noch die Geister… Kamen ihn besuchen… Die Menschen… Waren da… Doch der eine sah nicht das Haus voller Menschen… Denn nur noch die Geister… Sahen ihn… Keinen Menschen, einen Geist…

View quote
  • #deutsch #Kurzgeschichten #blog
  • 3 years ago
  • 10

Der Schatten…

Ich lag endlich im Bett unter dem Moskitonetz, denn ohne ein Netz fraßen uns die Mücken buchstäblich auf… Und es war heiß… So heiß, dass nicht einmal der sich ständig drehende Ventilator an der Decke abhelfen konnte - obwohl das Zimmer eigentlich ganz klein war, fast nur aus dem Bett und dem großen Schrank an der Seite bestand…

Im Vergleich zu Kairo war es hier in dem kleinen Dorf aber immer noch paradiesisch frisch… Rundherum nur Felder, Palmen und frische Luft… Unvergleichbar rein im Gegensatz zu dem stickigen und staubigen Smog der Hauptstadt…

Ich lag also da und das Heulen der Straßenhunde raubte mir den Schlaf… Umso mehr ich versuchte mich nicht auf diese Geräusche zu konzentrieren, desto schlimmer bohrte sich das Gejaule in meine Ohren… Es waren aber bei weitem nicht die einzigen störenden Geräusche, denn in der sonstigen ohrenbetäubenden Stille war das seltene, dafür aber umso lautere Schreien eines Esels aus der Nachbarschaft einfach unausstehlich… Und auch das Muhen der Kühe hörte sich durch die dünnen Häuser- und Stallwände jedesmal so an, als ob sie direkt hinter der Wand stehen würden, an der mein Bett stand…

Eine Garäuschkulisse so ungewohnt für ein Großstadtkind wie mich, dass sie mich nicht beruhigte, sondern höchst aggresiv machte… Denn ich konnte gar nichts dagegen tun… Da gab es keinen Ausschaltknopf… Dabei wollte ich nur noch schlafen…

Es war nicht ganz dunkel in diesem Zimmer, auch so eine Sache, gegen die ich nichts ausrichten konnte, denn durch das kleine Fenster über mir kam noch genügend Licht der Straßenlaterne, das dafür ausreichte, dass ich das ganze Mobiliar schemenhaft erkennen konnte…

View text
  • #Kurzgeschichten #deutsch
  • 3 years ago
  • 5

Was ich finde - ist meins…

Finde dich, dann finde ich dich gut… Was finde ich überhaupt an dir?

Wie findest du mich, wenn ich doch gar nicht weg bin… Findest du mich trotzdem?

Wenn der Finder will und der Verlierer muss… Ist des Finders Glück des Verlierers Schmerz?

Ich finde es so nicht richtig… Warum ist es so schwer für dich, sich damit abzufinden?

Durch Zufall finden sich zwei, die zueinander nicht finden dürften… Und der Finderlohn gebührt der höheren Macht…

Ich habe zwar die Welt nur erfunden, dich aber trotzdem in ihr gefunden… Das finde ich gut…

Und wie findest du es nun eigentlich? Hast du das gefunden, was du gesucht hast?

Finde endlich einen Weg da heraus… Erst dann finde ich meine Ruhe…

View text
  • #Kurzgeschichten #blog #deutsch #gereimt
  • 3 years ago
  • 10

Kaffeegespräche…

Und dieser haltlose Haß gegen alle die mit ihren schwarzen Haaren, und wenn sie ein Kopftuch drüber tragen, dann sowieso, und noch mehr…

Diese ganzen…, diese Typen ohne Kultur, die einen am Morgen aus dem Bett klingeln, von der Wohnungsgesellschaft zur Wohnungsabnahme… Sogar dort sind sie schon… Überall…

Diese schlecht erzogenen…, diese Störer, die gleich mit der Tür ins Haus fallen, ohne einen Gruß… “GSW, wir wollten die Wohnung abnehmen.”

Er strich sich mit der rechten Hand über die perfekt rasierte Glatze, fast verlegen… Mit der Linken mischte er weiter mit einem Holzstäbchen in seinem Kaffee…

“Die machen nicht einmal einen Termin aus, diese (ich will ja nichts sagen, aber der eine sah aus wie ein Türke)…, diese Typen ohne Kultur…” “So früh am Morgen… Die haben die Püppi ja voll erschreckt…”

“Ich habe sie gleich rausgeschmissen, sie sollen in einer halben Stunde zurückkommen… Sind sie auch.”

“Guten Morgen, wir sind von der GSW und wollten ihre Wohnung abnehmen.”

“Ach so, in der Zwischenzeit gelernt, was…?”

In diesem Moment schubste die, in ihre Formulare versunkene Frau mit einem Kopftuch, die uns gegenüber saß, ein wenig den wackeligen kleinen Tisch… Schwups, und sein Kaffee ergoß sich in einer Pfütze auf dem Tisch… Der Pappbecher schwankte ein wenig, kippte aber nicht um… Der Kaffee tropfte herunter…

View text
  • #Kurzgeschichten #deutsch #blog
  • 3 years ago
  • 4

Sie wusste es…

Sie sagte, sie wußte dass es vorbei war, weil sie aufhörten einander zu berühren…

Dieses ganze zusammen wohnen, zusammen essen, zusammen leben - alles reine Gewohnheitssache…

Es kam ganz schleichend, unmerklich für beide, dass sie aufhörten Körperkontakt zu pflegen… Es fiel keinem von beiden besonders auf…

Als er aber beim Abendessen, als sie beide gleichzeitig nach dem letzten Käsebrot griffen, zufällig ihre Hand berührte, und als beide draufhin zusammenzuckten, da wußte sie, dass es vorbei war, sagte sie…

View text
  • #deutsch #Kurzgeschichten
  • 3 years ago
  • 6

Die Bühne…

Als ich noch ein Kind war und den ersten Auftritt auf einer großen Theaterbühne hatte, da hatte man mich für eine Weile vor der Vorstellung in der Garderobe ganz alleine gelassen…

Ich saß an dem Schminktisch, viel zu tief, weil ich noch so klein war, und beobachtete mich dort in dem hell erleuchteten Spiegel…

Zum ersten mal in meinem Leben wurde ich mir der Gegenwart bewußt… Ich sah mich an, wie ich mich noch nie vorher gesehen hatte… Ich war ich… Ich war hier und jetzt… Alles, was vorher war, wurde unwichtig… Alles, was nachher komen würde, würde durch den jetzigen Augenblick geformt…

Ich hielt selbst meine Zukunft in der Hand…

Ich öffnete die Schublade vor mir und fand darin die Theaterschminke… Ich holte ein Döschen mit weißer Farbe heraus und betrachtete es… Weiß… Richtig weiß…

Ich hatte nur noch wenige Minuten bis zum Auftritt… Wenn ich mir jetzt diese weiße Schminke übers ganze Gesicht wie eine Maske schmieren würde, dann würde mich keiner da draußen erkennen… Ich könnte dann alles ganz unerkannt hinter mich bringen…

Die Glühbirnen am Spiegel waren so heiß, dass langsam auch mein Gesicht anfing zu brennen… Mir war es heiß und ich hatte Angst… Lampenfieber…

Ich strich mit meinem Zeigenfinger über die weiße Farbe… Sie war ganz fest, wurde aber durch die Wärme ganz samtig… Ich schaute mir diese weiße Fingerkuppe an und überlegte…

View text
  • #deutsch #Kurzgeschichten #blog
  • 3 years ago
  • 6

Herr Fassad Dassous…

Jetzt war er zwar ein alter Mann aber er hatte eine ganze Menge auf dem Kerbholz. Er sah heute vielleicht wie ein gewöhnlicher schlecht rasierter Wochenendsäufer aus, aber er war viel viel mehr als das. Was nicht bedeuten soll, dass er kein Wochenendsäufer war. Denn jeden Freitag begab sich Herr Fassad Dassous, wie er jetzt hieß, in eine Kneipe am Ende seiner Straße in Berlin, wo er sich entweder mit seinem Sohn traf oder mit der Nachbarin, die deswegen ihren kranken Mann alleine zu Hause ließ, oder auch mit irgendjemand anderem, Hauptsache er saß nicht allein zu Hause und stieß nicht mit seinem Spiegelbild an. So sah es doch recht harmlos aus wenn er sich jedes Wochenende besoff. Ein geselliger Typ eben, der keine Gelegenheit auslässt. Er schaffte an jedem Wochenende kultivierte Essrunden, denn um den wahren Grund der Treffen zu verschleiern lud er immer zum großen Fressen ein. Das Essen war immer sehr fein, sehr kultiviert, aber vor allem sehr reichlich. Eigentlich ging es ihm aber nur darum sich gepflegt volllaufen zu lassen. Er hätte die Runde gerne auch jeden Tag veranstaltet, aber es war schwierig genug Freiwillige zu finden, denn obwohl er immer die Zeche zahlte, machten sich seine Tischgenossen  immer rarer. Sein Sohn hatte immer mehr mit seinem endlosen Studium zu tun und die Nachbarin wollte immer öfter dem misstrauischen kranken Ehemann keinen Grund zu Eifersuchtsszenen liefern. Die einzige, die immer dabei war, war seine alte Schwiegermutter, Entschuldigung seine Ex-Schwiegermutter, was aber trotzdem keine Auswirkung auf ihr relativ gutes Verhältnis zueinander hatte.

View text
  • #Kurzgeschichten #deutsch
  • 6 years ago
  • 2

Fassi’s Sohn…

Er saß mit ihr in einer Bar in Kreuzberg und sie tranken gemütlich ihren Kaffee… Dieses Mädchen mit den wunderschönen dunklen Augen war eine wunderbare Zuhörerin… Das wusste er schon seit geraumer Zeit… Und er hatte das Gefühl, dass er ihr alles sagen konnte… Wirklich alles… Ohne sich schämen zu müssen…

„Ich bin schwer kategorisierbar” sagte er. “Durch meine jüdische Mutter bin ich eigentlich ein Jude, durch meinen moslemischen Vater bin ich aber ein Moslem. Aber im Grunde bin ich gar nichts. Ich bin von meinen Eltern nicht religiös erzogen worden. Sie haben sicher keine Vor- oder Nachteile einer solchen Erziehung abgewogen oder sich bewusst dafür entschieden. Es war wahrscheinlich aus reiner Vernachlässigung. Sie kümmerten sich sowieso ziemlich wenig um mich. Ich habe mich praktisch selbst erzogen. So kommt es mir wenigstens heute vor. Aber was soll man von ihnen verlangen, wo sie sich doch selbst nicht um ihre eigene Religion groß scherten. Nicht mal Traditionen oder große Feste waren ihnen besonders wichtig. Außer, dass es bei uns zu Hause kein Schweinefleisch gab. Darin waren sie sich beide einig. Das hatte aber wirklich nichts mit Religion oder Überzeugung zu tun. Das war nur rein gewohnheitsmäßig so, weil sie es beide nicht anders kannten.

Angesichts ihrer gemischten Ehe ist es wohl auch kein Wunder, dass sie nicht mit ihrer Religiosität hausieren gingen. Vielleicht war es ihre einzige Chance, so Ihre Unterschiede in Einklang zu bringen. Einfach alles zu verleugnen, was vorher war. Und alles was danach kam, sich nicht noch schwerer als es sowieso schon war, mit faulen Kompromissen zu machen. Oder sie haben beide ihre Gläubigkeit einfach schon viel früher eingebüßt. Mama als sie im Kibbuz ihre Freiheit genießen wollte, und Papa als er seine Heimat verließ und sich vor ihm eine neue, freizügige Welt eröffnet hatte. Ich weiß es nicht…

View text
  • #Kurzgeschichten #deutsch
  • 6 years ago
  • 2

Das Hobby…

Davon erzählte er ihr leider erst ganz am Ende… Dass er nämlich ein Hobby hätte, dass ihn bald sehr mächtig machen würde… Sehr mächtig…

Und da er meinte Fragezeichen in ihren Augen gesehen zu haben, fühlte er sich berechtigt gleich weiter zu erzählen… Von seinem Hobby… Er würde nämlich jede Menge Codes besitzen, aus denen sich eine universelle Codegleichung aufstellen ließe, die dann Passwörter ausspucken würde… Für jeden Menschen ganz persönlich… Die halbe Weltformel sozusagen…

Ihr Gesicht wurde starr vor Entsetzen, doch sie blinzelte, was er wieder zum Anlass nahm weiter zu erzählen… Er könnte dann alle Passwörter ermitteln, die der Mensch freiwillig wählen würde, im Internet oder die PIN-Nummer im Handy zum Beispiel… Dann wären alle Sicherheitsmaßnahmen vollkommen nutzlos…

Er sagte, er hätte es fast schon geknackt, er bräuchte aber noch einige Codes mehr, damit er auf die statistisch relevante Menge käme… Die hätte er noch nicht ganz, deswegen müsste er gleich noch in ein neues Internetcafé irgendwo im Osten, wo er noch nie gewesen sei… Dann würde er alle möglichen Seiten anklicken, wie ebay, hotmail, yahoo und so was, würde beim Benutzernamen von A bis 0 ausprobieren und unter allen in der kleinen Box gespeicherten Namen, dann die Sternchen aus dem Passwort-Kästchen herauskopieren und auf seinen USB-Stick laden… Er hätte schon eine ganze Menge von den Sternchen - von den Codes… Die Leute seien doch alle so blöd öffentliche Computer mit ihren Passwörtern zu füttern…

Ihre Augen wurden ganz groß, und als sie ihre Augenbrauen entsetzt hob, da fragte er sie, ob sie vielleicht seinen USB-Stick sehen wollte… Er hätte ihn in seiner Hose…

View text
  • #Kurzgeschichten #deutsch
  • 6 years ago
  • 1

Die Perspektive…

Er stand im 14. Stock auf dem Dach des Hochhauses und schaute runter… Aus dieser Perspektive von hier oben sah alles so anders aus… Ganz so, als ob alle Probleme nicht existieren würden… Ihm wurde schlagartig klar, dass er die Welt noch nie zuvor so betrachtet hatte… Und er dachte: “Sehr schön” und sprang herunter…

View text
  • #Kurzgeschichten #deutsch
  • 6 years ago
  • 6
x